Massiver Unterrichtsausfall an Schulen im Kreis Viersen – Unsere Bildungspolitik braucht einen Neustart

Höre diesen Artikel.

Die Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage zeigt, wie massiv der Unterrichtsausfall an vielen Schulen im Kreis Viersen ist. An der Johannes-Kepler Realschule in Viersen sind demnach beispielsweise 7,0% des Unterrichts im Schuljahr 2018/2019 ersatzlos ausgefallen. Mein SPD- Landtagskandidaten Kollege Lukas Maaßen und ich fordern daher, die Schulen personell besser auszustatten.

Schulen leiden unter Unterrichtsausfall

Viele Schulen im Kreis Viersen leiden unter massivem Unterrichtsausfall. Das Schulministerium hat auf Anfrage der SPD eine Aufstellung zum Ausfall von Stunden herausgegeben, die auf einer flächendeckenden Erhebung basiert. An der Katholischen Grundschule in Kaldenkirchen in Nettetal sind im Schuljahr 2018/19 demnach beispielsweise 4,4% der Stunden ersatzlos ausgefallen. An der Erich-Kästner-Realschule in Kempen waren es 9,5%. Am Luise-Meitner-Gymnasium in Willich Anrath lag die Unterrichtsausfallquote bei 3,9%. Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor.

Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert.

Tanja Jansen

Diese Zahlen zeigen: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert. Es reicht nicht aus, den Unterichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Nun ist es an der Zeit, etwas dagegen zu tun – eine andere Herangehensweise in der Bildungspolitik ist möglich.

Besonders fällt in der Erhebung auf, wie ungleich die Belastung sich auf die verschiedenen Schulformen verteilt, denn Haupt-, Real- und Gesamtschulen haben häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch hier in der Region zeigen sich solche Diskrepanzen.

Was ich in der Bildungspolitik anders angehen möchte

Das Land NRW benötigt umgehend einen echten schulscharfen Sozialindex, denn dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren eindringlich auf, wo Geld und Lehrkräfte am dringendsten gebraucht werden. Denn: Je größer der Bildungsnachteil bei den Schüler*innen ist, desto mehr individuelle Förderung ist von Nöten.

Darüber hinaus macht sich die SPD in Nordrhein-Westfalen für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark, um die Attraktivität des Lehrberufes an anderen Schulformen der des Gymnasiums anzugleichen und Ungerechtigkeiten aus dem Weg zu räumen. Die Regierung in Düsseldorf lehnt den Vorschlag für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

Neustart in der Bildungspolitik nötig

Es wird Zeit für einen Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen! Auch hier ist anders möglich: Wird das System neu aufgestellt, profitieren vor allem die Schüler*innen, auch hier vor Ort. Neben einer massiven Personaloffensive wird auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems gebraucht. Es muss eine neue Verabredungen darüber geben, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen. Im Fokus unserer Anstrengungen muss stehen, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.

Auch die Rheinische Post hat dieses Thema "Unterrichtsausfall" in einem Zeitungsartikel aufgenommen. Über den Button kommt ihr zum Bericht: